KI-Schulung für Unternehmen: was Art. 4 AI Act verlangt
Seit Februar 2025 müssen Unternehmen, die KI einsetzen, die KI-Kompetenz ihres Teams fördern. Seit Juli 2026 ist die Regel milder formuliert. Hier steht, was gilt, und wie wir schulen.
Stand: 24. September 2026
Art. 4 AI Act auf einen Blick
| Wer | Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Betreiber ist jedes Unternehmen, das KI beruflich nutzt, etwa ChatGPT, Copilot oder einen KI-Assistenten im Kundenservice. |
|---|---|
| Seit wann | 2. Februar 2025 |
| Was | Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz von Mitarbeitenden und anderen Personen, die KI im Auftrag des Unternehmens nutzen. Seit dem Digital Omnibus (VO 2026/1744) müssen Sie kein bestimmtes Kompetenzniveau garantieren. |
| Format | Nicht vorgeschrieben. Interne Schulung, externe Beratung oder Inhouse-Training sind möglich. |
| Zertifikat | Keines vorgeschrieben, derzeit gibt es auch keine Zertifizierung. |
| Nachweis | Empfohlen: dokumentieren, wer wann welche Schulung von wem erhalten hat. |
| Strafe | Keine Verwaltungsstrafe für Art. 4 im AI Act. Mögliche zivilrechtliche Haftung bei Schäden. |
Was eine gute Maßnahme ausmacht
- Bestand aufnehmenWelche KI-Werkzeuge nutzt Ihr Team, offiziell und inoffiziell, und wofür?
- Nach Rolle schulenDie Buchhaltung braucht andere Grenzen als die Entwicklung oder der Vertrieb.
- An echten Aufgaben übenMit Ihren eigenen Beispielen, nicht mit Lehrbuchfällen.
- Grenzen kennenWo KI Fehler macht, welche Daten nicht hineingehören, wann ein Mensch entscheidet.
- DokumentierenTeilnehmende, Datum, Inhalte. Damit können Sie die Maßnahme belegen.
So schulen wir
Halbe oder ganze Tage, bei Ihnen vor Ort in ganz Österreich oder remote. Ihr Team lernt an den eigenen Aufgaben.
- Stärken, Schwächen und sichere Nutzung von KI im Arbeitsalltag
- Prompting, das im Alltag hält
- Datenschutz: welche Daten in welches Werkzeug dürfen
- Überblick über den AI Act und was er für Ihre Rollen bedeutet
- Auf Wunsch: n8n-Automatisierungen selbst bauen
Häufige Fragen
Gibt es eine Schulungspflicht nach dem AI Act?
Nicht im Sinn einer vorgeschriebenen Schulung. Art. 4 verlangt von Unternehmen, die KI anbieten oder einsetzen, Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz ihres Personals. Eine Schulung ist die naheliegende Maßnahme, aber kein fixes Format.
Brauchen wir ein Zertifikat?
Nein. Laut KI-Servicestelle der RTR gibt es derzeit keine Zertifizierung für diese Schulungen. Sinnvoll ist eine Dokumentation, wer wann welche Schulung erhalten hat.
Drohen Strafen, wenn wir nichts tun?
Der AI Act sieht für Art. 4 selbst keine Verwaltungsstrafe vor. Die RTR weist aber auf eine mögliche zivilrechtliche Haftung hin, wenn Mitarbeitende durch fehlende KI-Kompetenz Schaden verursachen.
Reicht eine interne Schulung?
Ja. Die RTR nennt interne Schulungen, externe Beratung und Inhouse-Trainings als mögliche Wege. Entscheidend ist, dass die Maßnahme zu den eingesetzten Systemen und Rollen passt.
Was hat der Digital Omnibus geändert?
Mit der Verordnung (EU) 2026/1744 wurde Art. 4 abgeschwächt: Statt ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherzustellen, müssen Anbieter und Betreiber jetzt Maßnahmen zu ihrer Förderung setzen. Die Pflicht liegt weiterhin bei den Unternehmen.
Quellen
- RTR KI-Servicestelle: KI-Kompetenz (Art. 4)
- RTR KI-Servicestelle: FAQ
- Art. 4 AI Act (konsolidiert)
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus zu KI)
Diese Seite ist eine Zusammenfassung und keine Rechtsberatung.
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